Unterwegs in Småland

Am Ende unserer ersten Woche mussten wir tatsächlich schon Wäsche waschen und steuerten zum ersten Mal einen Campingplatz an. Der Campingplatz war so gut wie leer und wir hatten die Duschen und Toiletten für uns alleine. Das sonnige Wetter spielte uns beim Wäschewaschen in die Karten. Auch eine Gemeinschaftsküche stand zur Verfügung. Aber das Kochen im Laufkäfer klappt mittlerweile so gut, dass wir unseren Auberginen-Auflauf „zu Hause“ zubereitet haben.

Vom Wäschewaschen habe ich mir die Fotos gespart. Aber dafür gibt’s welche von unserem leckeren Essen 😉

Auf dem Campingplatz konnten wir ein Kanu ausleihen und vertrieben uns die Zeit des Wäschetrocknens mit einer großen Runde über den See. Wir legten auch dreimal am Ufer an und die Kinder erkundeten die Umgebung um dann wieder in „See zu stechen“.

Nach unserer Kanurunde liefen wir noch auf die andere Seite vom See zu einer kleinen Ferienhaussiedlung und lernten Schweden nochmal von einer ganz anderen Seite kennen. Wer bisher dachte, die Deutschen wären die Mülltrennweltmeister hat nicht mit den Schweden gerechnet. So unscheinbar wie die zwei Tonnen da rumstehen. Schaut man hinein, ergeben sich sagenhafte 8 Möglichkeiten der Müllentsorgung. Leider haben wir viel zu häufig auch schon illegale Müllplätze mit Hausmüll im Wald entdeckt. Vielleicht wegen der Überforderung dieser 8-fach Trennung?

Nach zwei Nächten auf dem Campingplatz haben wir uns auf den Weg nach Eksjö gemacht. Einerseits mussten wir mal wieder im Supermarkt unsere Vorräte auffüllen und andererseits sollte die Altstadt sehr sehenswert sein.

Auf dem Weg nach Eksjö kamen wir noch an einer kleinen Karamelkokeri in Mariannelund vorbei. Da mussten wir natürlich auch mal kurz anhalten 😉

In Eksjö hatten wir nach unserem Einkauf im Supermarkt richtig Hunger bekommen und suchten uns ein kleines Lokal. Im Reiseführer stand, dass außerhalb der wenigen großen Städte die Schweden eher weniger am Abend ins Restaurant oder in die Kneipe gehen, sondern viel lieber am Mittag in ihrer Pause essen gehen. Das Restaurant entsprach genau dieser Einschätzung des Reiseführers und war eine Mischung aus Restaurant und Kantinenbetrieb. Für ungefähr 10,-€ konnte man sich am Buffet bedienen, dass aber im Prinzip nur aus einem leckeren Fischgericht mit Vorspeise und Nachspeise bestand. Das Essen war richtig gut und das Preis-Leistungsverhältnis absolut TOP.

Danach ging es dann in die noch weitestgehend erhaltene Altstadt. Die Holzhäuser wurde im Jahr 1568 nach einem Brand neu errichtet und sind damit über 450 Jahre alt.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Stadt, ging es wieder zurück in die Natur. Wir fanden in der Nähe einen wirklich sehr schönen Platz direkt am Stockerydsjön-See mit einer Feuerstelle zum Grillen. Ein optimaler Ausgangspunkt für unsere geplante Wanderung in der naheliegenden Schlucht.

Am nächsten Morgen ging es dann in den Nationalpark „Skurugata“. Wir hatten die Schlucht fast für uns alleine und es war wirklich beeindruckend durch diese Schlucht zu kraxeln. Wir hatten aber den Eindruck, dass in der Hauptsaison mit vielen Touristen dieser Naturpark an Charme verliert. Also eher ein Tipp für die Nebensaison oder zur nächsten Pandemie. 😉

Nach der Wanderung verbrachten wir auch noch eine zweite Nacht an unserem Platz am See und genossen die Ruhe und das die Kinder völlig frei in der Natur spielen konnten. Als die Sonne rauskam wollten sie natürlich auch baden gehen. Urlaub ist für Sie einfach mit „Baden gehen“ verknüpft. Da stört dann auch nicht die Wassertemperatur von gefühlt 10°C. Fotos zu diesem Spektakel stelle ich dann im Fotoalbum ein.

Wir haben mit dem Heizen im Laufkäfer nicht gegeizt und daher war nun unsere Tankflasche mit 22 Liter Gas schon leer. Normalerweise fahren wir mit unserer Tankflasche einfach an die nächste LPG Tankstelle und füllen diese wieder auf. Aber nicht in Schweden. Dort gibt es nämlich nur ganz vereinzelt LPG Tankstellen. Wir planten unsere Route daher etwas um und fuhren am nächsten Tag nach Jönköping um dort unsere Flasche unproblematisch auffüllen zu lassen. Übrigens füllen diese Betriebe auch ganz normale Pfand- oder Tauschflaschen aus Deutschland wieder auf. Da dies vom Fachmann geschieht auch völlig unkritisch.

Danach ging es dann weiter, entlang am zweitgrößten See Schwedens, dem Vätern-See in Richtung Norden.

In Gränna, einer kleinen Stadt am See in der die überall bekannte rot-weiße Zuckerstange erfunden wurde machten wir einen kleinen Zwischenstopp. Der Stadtkern gefiel uns recht gut und wir konnten auch wunderbar zu Mittag essen gehen. Wieder war es ein kleines Restaurant mit einem köstlichen Mittagsmenü für 10,-€. Wer hat eigentlich behauptet, dass Schweden teuer ist? Nur der Diesel ist bisher wirklich merklich teurer, mit ungefähr 30 Cent den Liter. Im Supermarkt zahlen wir 20% mehr (Das tun wir in Italien und Frankreich auch, denn nirgendwo wird so viel bei Nahrungsmitteln gegeizt wie in Deutschland). Aber ansonsten sind alle Preise völlig in Ordnung.

Aber der Hafen von Gränna und der anliegende Wohnmobilstellplatz sind nicht so unser Fall. Wir sind ja eigentlich froh, dass es Camper gibt, die sich auf solchen Parkplätzen wohlfühlen und nicht 10km weiter in die Natur fahren. So haben wir die schönen Plätze für uns. Verstehen tun wir das aber trotzdem nicht.

Wir sind natürlich noch die 10km (vielleicht waren es auch 30km) weiter gefahren und haben an einer Steilküste des Vättern-Sees übernachtet. Hier waren wir direkt im Herzen des Ekopark Omberg.

Und obwohl ich eigentlich die letzten Fotos vom Abend schon geknipst hatte, musste ich beim Schreiben von diesem Beitrag nochmal schnell aus dem Laufkäfer aussteigen und dieses letzte Foto am Donnerstagabend schießen.

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