Die letzten Tage in Östergötland

An der Ostsee angekommen hatten wir unseren Zick-Zack-Kurs beendet und genossen ein paar Tage am Meer. Nun sollte es wieder etwas weiter in Richtung Norden gehen. Einen Zwischenstopp in einem am Meer gelegen Naturreservat wollten wir aber noch machen, um einen naturbelassenen Eindruck von den Schären mitzunehmen. In den Naturreservaten ist in Schweden nämlich das „Allemansrätt“ außer Kraft gesetzt. Wildcampen oder die offiziellen Wanderwege verlassen ist hier untersagt und die Natur dankt es mit wunderschönen unberührten Landschaften. Im Naturreservat Åsvikelandet lag der letzte Wanderparkplatz relativ nah zur Küste, sodass wir den Kindern keine lange Wanderung zumuten mussten, sondern relativ schnell über die Schären toben konnten.

Nachdem wir etwas mehr Zeit als gedacht und geplant auf den Felsen verbracht und uns gesonnt hatten, steuerten wir einen Wohnmobilstellplatz im Hafen von Valdemarsvik an.
Am nächsten Morgen drehten wir noch eine kleine Runde über den Hafen und die Kinder nahmen natürlich auch gleich den Spielplatz in Beschlag. Aber es ging trotzdem relativ schnell weiter nach Söderköping

In Söderköping schauten wir uns die wirklich sehr schöne Altstadt an. Die Stadt liegt am Götakanal und so konnten wir tatsächlich doch noch eine Schleusung miterleben. An der Schleusentreppe in Berg hatten wir ja kein Glück. Außerdem nutzten wir die Gelegenheit und die Kinder bekamen einen dringend notwenigen Haarschnitt. Fotos von diesem „Event“ gibt es natürlich auch wieder in den Fotoalben 😉

Dann steuerten wir unser Übernachtungsziel an. Norrköping, das „Manchester Schwedens“ wollten wir am nächsten Tag anschauen. Zur Übernachtung wählten wir den etwas in die Jahre gekommenen städtischen Campingplatz. Für eine Übernachtung aber völlig in Ordnung. Und frisches Trinkwasser konnten wir hier ebenfalls tanken.

Ach ja, und Gas! Das fiel uns dann zum Glück wieder ein, dass wir dringend wieder Gas tanken mussten und schon ein paar Tage vorher auf www.mylpg.eu die Möglichkeit in Norrköping gefunden hatten. Vor unserem Museumsbesuch fuhren wir daher zum Gashändler. Wieder war alles völlig unproblematisch und nicht nur unsere Tankflasche, sondern auch die Flasche aus dem deutschen Baumarkt wurde randvoll gefüllt. Allerdings ist Gas in Schweden tatsächlich deutlich teurer als der Flaschentausch oder die LPG Tankstelle in Deutschland.

Gegen 11 Uhr waren wir mit der notwendigen Ver- und Entsorgung fertig und standen in einer Seitenstraße vom Kunstmuseum. Eine ganz normale Straße in einem Wohngebiet mit vielen freien Parkplätzen. Aber was wollte uns dieses Schild hier bitte sagen? „Avgift 8-20 (8-15)“ Ok, bezahlen soll man zwischen 8.00 und 20.00 Uhr. Aber wenn man möchte auch nur bis 15.00 Uhr. Oder vielleicht am Wochenende nur bis 15.00 Uhr? Und natürlich „Blå taxa“ und „Boende Söder“ sowieso… ist ja klar. Aber wenn, dann gilt auf jeden Fall noch ein Parkverbot zwischen 9-12 aber nur „Gäller“ jeden 8ten Montag bis Freitag…. HÄÄÄ???
Wir haben ein Ticket gekauft und uns einfach hingestellt 😉

Das Museum ist das zweit bedeutendste Museum für schwedische Gegenwartskunst. Es ist ganz interessant und überschaubar. Damit auch kindergerecht, da eine gute Stunde auch für die Kleinen auszuhalten war. Wenn man sich nur die Dauerausstellung der schwedischen Künstler anschaut ist der Eintritt sogar kostenlos.

Spannender fanden wir das alte Industriegelände in Norrköping, dass trotz vieler verschlossener Türen alleine durch die gelungene Restaurierung einen tollen Eindruck hinterließ. Wenn nicht gerade eine Pandemie ist, kann man auch die vielfältig genutzten Gebäude von innen bestaunen. Immerhin haben wir ein kleines Restaurant mit einem Mittagstisch gefunden und wiedermal für 10,-€ pro Erwachsenem lecker gegessen. Kaffe gibts am Ende dann auch noch dazu. Es heißt, die Schweden trinken viel Kaffee. Keine Ahnung ob das stimmt, auf jeden Fall schmeckt der Filterkaffee hier immer recht gut.

In Norrköping waren übrigens auch die Steinzeit-Künstler unterwegs und haben einige Felsritzungen hinterlassen. Da es auf dem Weg lag, haben wir uns das auch nochmal angeschaut.

Nach der Stadtbesichtigung sind wir dann noch ein paar Kilometer weiter aus der Stadt heraus gefahren und haben uns einen ruhigen Stellplatz für die Nacht gesucht. Wieder ein See mit Steg. Wie schnell man sich an sowas gewöhnt. In Deutschland wäre so ein See ein Highlight. Aber hier, nur ein gewöhnlicher Übernachtungsplatz.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder ein Stück weiter in Richtung Norden. Stockholm lassen wir bewusst aus. Das können wir uns auch mal ohne Pandemie in ein paar Jahren anschauen.

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